China im Museum des Louvre
Es besteht kein Zweifel daran, dass wir uns alleine durch die Erwähnung des tausendjährigen Chinas, das im Schatten der Verbotenen Stadt eine erlesene Kultur erschaffen hat, in eine mythische Epoche zurückversetzt fühlen. Diese Faszination hat gleichermaßen gewöhnliche Menschen wie auch große Künstler gepackt: von Puccini mit seiner Oper Turandot (1926) bis hin zu Bernardo Bertolucci und seinem weltbekannten Film Der Letzte Kaiser (1987) sind zahlreiche Künstler jener faszinierenden Kultur verfallen.

Ein Teil dieses Interesses mag sowohl in der kulturellen Exotik wurzeln (vom europäischem oder westlichem Blickwinkel gesehen) wie auch in der Verschlossenheit, von der die Kultur seit Urzeiten umgeben ist. Man erinnere nur daran, dass die Verbotene Stadt – heute eines der Lieblingsziele des internationalen Tourismus – praktisch bis gestern lediglich einer privilegierten Elite zugänglich war. Das fast das komplette 20. Jahrhundert lang herrschende kommunistische Regime war für die Öffnung gegenüber des Auslandes auch nicht besonders dienlich. Wenn sich dies heutzutage auch geändert hat und China sehr in Mode zu sein scheint, so ist das chinesische Volk den westlichen Bewohnern doch noch sehr unbekannt. Nach dem Erfolg der großartigen Präsentation der Olympischen Spiele 2008 ist China aktuell fast täglich aufgrund seiner Hauptrolle in der heutigen Wirtschaft in den Nachrichten. Wir scheinen uns also in der goldenen Ära Chinas zu befinden und etwas Ähnliches mögen sich auch die Organisatoren der aktuellen Ausstellung im Museum des Louvre gedacht haben.
Unter dem Titel „La Cité interdite au Louvre – Empereurs de Chine et rois de France“ (dt. „Die Verbotene Stadt im Louvre – die Kaiser Chinas und Könige Frankreichs”) präsentiert der Tempel der Pariser Kunst vom 29. September bis 9. Januar 2012 eine einzigartige Exposition mit Gemälden, Mobiliar, Seiden-Kalligraphien, sowie Skulpturen in Bronze und Keramik aus den königlichen Palästen Chinas. Zusammen mit einem Modell der Verbotenen Stadt sind Kunstobjekte aus Zeiten des 12. bis Mitte des 19. Jahrhunderts zu sehen. Die geheimnisvollen Seiden-Kalligraphien werden im Richelieuflügel ausgestellt (erinnern wir uns, das ist der Bereich des Louvre, in dem bibliographische Schätze, Stiche und Zeichnungen sämtlicher Epochen und Kontinente aufbewahrt werden).
Wenn wir einmal die kalten Zahlen in Betracht ziehen, können wir uns eine Idee davon machen, welche Bedeutung die Verbotene Stadt als Macht- und Regierungszentrum der verschiedenen Kaiserdynastien hatte. Die imperiale Anlage besteht aus einem 72 Hektar großen Gelände, das von einer Mauer umgeben ist und fast 900 Gebäude mit 8500 Zimmern beherbergt. Vielleicht kann sich lediglich Versailles an Weiträumigkeit und luxuriösen Materialien mit der Verbotenen Stadt vergleichen. Letztere wurde nach einem symbolischen Modellkomplex erbaut, in dem jedem Raum, jeder Ausrichtung und Farbe eine Bedeutung beigemessen wird. Kostbares Holz und Porzellan, exquisite Seide und wertvolle Objekte schmückten den Palast, der inzwischen zum Weltkulturerbe gehört, und tun dies auch heute noch. Für die Exposition im Louvre wurden 130 Kunstwerke jeder Art ausgewählt, um dem westlichen Publikum die Verflechtungen von mehr als sieben Jahrhunderten kaiserlichen Glanzes nahe zu bringen. Für praktische Informationen zur Ausstellung besuchen Sie folgenden Link der offiziellen Website: http://www.louvre.fr/llv/exposition/liste_expositions.jsp?pageId=1&bmLocale=fr_FR
Mieten Sie eines der wundervollen appartments in Paris und denken Sie daran, dass der Eintritt zur Ausstellung für einige Gruppen (Familien, Freunde des Museums und verschiedene Berufsgruppen) gratis ist.
Übersetzt: Jule
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Ara
Übersetzt: Heloise Battista

Übersetzt: Heloise Battista
Luz Obscura