Die Moulin Rouge Dinner Show in Paris
In dem wunderbaren Lied „La chanson des fortifs“ sinnierte die unvergleichliche Fréhel über das Verstreichen der Zeit und fragte sich, was wohl aus den Liedern des einst berühmten Aristide Bruant geworden sei, der seine großen Erfolge zeitgleich mit der ersten Epoche des Moulin Rouge feierte und ebenso wie das mystische Etablissement auf den Plakaten seines Freundes Toulouse-Lautrec verewigt wurde, der wohl großartigste graphische Chronist der paradoxen und faszinierenden, dekadenten Jahre des späten 19. Jahrhunderts und der Belle Epoque.

Fréhel selbst, ein großer Star der Generation nach Bruant, sagte damals schon den unvermeidbaren Niedergang all dessen voraus, was jene außergewöhnlichen Epoche in Paris ausmachte, eine Epoche, deren Atmosphäre auf unübertreffliche Weise von Marcel Proust in einem grenzenlosen Buch festgehalten wurde, welches unter anderem die Geburtsstunde des Films betrachtete, sowie die erste Verherrlichung des industriellen Designs, die Erfindung des Automobils, den Sport und andere Formen, der Geschwindigkeit zu frönen, japanische Einflüsse, die Theosophie, Avantgarde und impressionistische Musik, den ästhetische Triumph der russischen Balletts von Diaghilev, und, aus der Hand der faszinierenden, imaginären Flora, Fauna und Teratologie, welche uns die von Grimard entworfenen Eingänge zur Metro suggerierten, die Verwandlung der Stadt in eine verhexte Landschaft voller schrecklicher und magischer Eingänge hinab in das Unbekannte, welche das ideale Szenario für ein urbanes, pataphysisches und surrealistisches Abenteuer boten.
Und obwohl Fréhel in ihrem Lied vielleicht andere Elemente nannte, so kündigte sie doch den Untergang all dieser Dinge an, ebenso wie den der Helden und der nachfolgenden Objekte und Moden, ihren eigenen Untergang eingeschlossen, während sie mit den Worten Trost spendete, dass die Zeit zwar die solidesten Festungen einreißen kann, jedoch immer die Lieder existieren werden – die Geschichte des „Averroes“ von Borges sollte Jahrzehnte später den Schmerz ange-sichts des essenziellen Schwundes der Dinge noch wirkungsvoller lindern, indem sie darauf vertraute, dass „die Zeit, welche die Schlösser plündert, die Verse bereichert“.
Trotz alledem gibt es das mythische Moulin Rouge (http://www.moulinrouge.fr/index_gb.php#/histoire/) auch heute noch, mehr als 120 Jahre nach seiner Eröffnung. Zusammen mit den anderen Kabaretts der Butte Montmatre zählt es zu den Hauptverantwortlichen für die steigende Beliebtheit des Distrikts, der nach verbotener Frucht schmeckt. Ungeachtet der 1891 durch den Bau der Basilika Sacre-Coeur aufkeimenden Hoffnungen, welche einen etwas frömmeren Weg für diese Gegend des Nordens von Paris voraussagten, die für die Geschichte der zeitgemäßen Kunst so prägend werden sollte. Vielleicht wurde die ewige Spannung zwischen Himmel und Hölle nie eleganter, schöner und präziser in Szene gesetzt.
Wiederbelebt und zurückgekehrt zu all seinem Glanz als Music-Hall-Tempel ab der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts, lassen sich nur wenige Dinge mit einem Dinner im Moulin Rouge vergleichen (wählen Sie aus fünf verschiedenen Menüs, begleitet von Champagner), während sie eines der besten Revuespektakel und Kabaretts der Welt bestaunen (eine Cancan-Vorstellung selbstverständlich inklusive).
Genießen Sie den Luxus, einen Sitzplatz bei einer der erinnerungswürdigsten Vorstellungen der Belle Epoque von Paris zu ergattern, einer Stadt, die sich selbst zu jener Zeit als Mittelpunkt der Welt betrachtete. Mieten Sie appartments in Paris und machen Sie Ihren Aufenthalt damit perfekt.
Übersetzt: Jule
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Paul Oilzum
Übersetzt: Heloise Battista