Die Katakomben in Paris, eine unvergessliche Erfahrung

Posted by parisblogger | paris | Wednesday 6 May 2009 4:03 pm

Neben den zahlreichen Museen und wunderbaren Cafés, bietet Ihnen Paris viele kleine Mysterien: Wussten Sie schon, dass sich in der französischen Hauptstadt ein wahrhaftes Labyrinth in den Katakomben der Stadt der Liebe befindet? Wenn Sie den Da Vinci Code gelesen haben, dann werden Sie von diesem Besuch völlig begeistert sein!

Die Katakomben von Paris sind Teil der Folklore und der vielen Legenden. Sie gehören somit zum Ursprung der Stadt. In der Tat wurde Paris auf einer Schicht von Materialen erbaut, die zur späteren Konstruktion der Stadt dienten. Seit dem 14.Jahrhundert wurden zahlreiche Steinbrüche auf einer anarchistischen Art und Weise unter der französischen Hauptstadt ausgegraben. Jedoch wurde diese Ausbeutung der Steinbrüche Anfang des 19.Jahrhunderts verboten, da es dort zu vielen tragischen Unfällen kam. Nun fragt man sich also, was soll man mit diesen gewaltigen unterirdischen Raum anstellen?

Paris Catacombes

Bis Ende des 17.Jahrhunderts gab es innerhalb der Pariser Stadtmauern große Friedhöfe, von denen der berühmteste der Cimetière de Montmartre mit seinen großen Massengräbern ist. Der Gestank war damals so unerträglich, dass sich die Einwohner sehr stark beschwerten und die Gemeinde somit gezwungen war, eine adäquate Lösung zu finden.
Aus diesem Grund wurde entschieden, die Pariser Friedhöfe zu schließen und drei große Friedhöfe außerhalb der Stadt zu erbauen, wie z.B. der berühmte Père Lachaise. Die Knochen der alten Friedhöfe sollten des Weiteren in die alten Steinbrüche gebracht werden. Dieses Vorhaben dauerte mehr als 100 Jahre an, denn es wurden die Knochen von mehr als 6 Millionen Toten auf über 11.000 m2 in den Katakomben verteilt. Sie müssen dabei bedenken, dass es sich hierbei um mehr als die doppelte Anzahl der aktuellen Pariser Bevölkerung handelt!
Der Zugang zu den Katakomben befindet sich gleich neben der U-Bahn-Haltestelle Denfert Rochereau (die sich übrigens auf dem alten “Platz der Hölle” befindet) und ist von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet. Das städtische Ossarium hat eine Länge von 1,7km und befindet sich 20Meter unter der Erdoberfläche. Hierbei handelt es sich jedoch nur um einen Teil der Katakomben, denn den Rest kann man nicht besichtigen.
Dunkle, feuchte Wege, nur 11ºC über das ganze Jahr verteilt, Knochen von alten und jungen Menschen, Schädel an beiden Seiten des engen Weges….Was für eine Erfahrung!! Seit der Erbauung dieser Katakomben interessierten sich immer mehr Menschen für dieses Spektakel. Im Jahre 1787 besuchte der zukünftige Karl X. von Frankreich in Begleitung einiger Hofdamen die Katakomben. Auch Franz I., der österreichische Kaiser besuchte die Katakomben im Jahre 1814. Napoléon III stieg mit seinem Sohn 1860 in die Unterwelten hinab. Im Jahre 1897 gaben 45 Mitglieder der Pariser Oper dort ein atemberaubendes Konzert.

Die Mauern der Katakomben sind bemalt mit zahlreichen Graffitis aus dem 18.Jahrhundert. Viele Autoren und Regisseure haben diesen mystischen Ort für ihre Werke benutzt, wie z.B. Victor Hugo in der Novelle Les Misérables oder Pierre Tchernia in dem französischen Film Les Gaspards.

Nach einigen Monaten Bauarbeiten wurden die Katakomben von Paris am 14.Juni 2005 wieder geöffnet. Die Beleuchtung wurde verbessert sowie das Gewölbe und die Knochenwände. Erschrecken Sie also nicht, wenn Sie beim Eingang die Zeilen von Delille lesen “Arrête, c’est ici l’emprise de la Mort » (« Stopp, hier beginnt der Tod »).

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